In Kooperation mit der SCHAUBURG organisiert der Lokale Agenda 21 für Dresden e. V. zusammen mit Partnern (= Film-Paten) regelmäßig unter der Überschrift „HINGESEHEN" Filmvorführungen mit anschließender Diskussion. Schwerpunktmäßig werden Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt zu sozialen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen der Globalisierung, Problemen einer multikulturellen Gesellschaft, zum nachhaltiger Umgang mit unserer Umwelt, zur Gesundheit der Menschen sowie zu Themen des Umwelt- und Artenschutzes.
12. Mai 2010, 19:00 Uhr, SCHAUBURG, (Deutschland 2005, Regie: Oliver Stoltz & Ali Samadi Ahadi)
Film-Pate: Dresden International School
Diskussionspartner nach dem Film: Steffen Horn (wiss. Mitarbeiter, Institut für Berufspädagogik, TU Dresden) und Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse (Dresden International School).
Es ist der längste Krieg Afrikas: Seit fast 20 Jahren findet unter den Augen der Weltöffentlichkeit im Norden Ugandas ein unvorstellbares, systematisches Morden statt. Die Mitglieder der fanatisch-religiösen Lord´s Resistance Army (LRA) entführen Kinder aus ihren Dörfern und zwingen sie zum Töten auch ihrer eigenen Familienangehörigen. Opfer werden zu Tätern gemacht und einem Volk werden über Generationen hinweg Lebensgrundlage und Zukunft genommen. Der Film ist das Porträt von vier Kindersoldaten zwischen 8 und 14 Jahren, die nach gelungener Flucht aus den Buschlagern der Rebellen nur Eines wollen: wieder Kind sein und leben. Beide Regisseure waren selbst in ihrer Kindheit mit Krieg konfrontiert und wählten deshalb für ihren Film konsequent die Perspektive der Kinder. Der Film wurde auf der Berlinale 2005 uraufgeführt und inzwischen auf vielen internationalen Festivals mit Preisen ausgezeichnet. Das Team um LOST CHILDREN setzt sich für eine Verände-rung der Lebensumstände der Menschen in Nord-Uganda ein, indem es auf die Zustände aufmerk-sam macht und mit einflussreichen Leuten in Gesellschaft und Politik spricht.
Mehr Informationen zum Film unter www.lost-children.de
18. März 2010, 20 Uhr, SCHAUBURG, (Deutschland 2010, Regie: Carl-A. Fechner)
Film-Pate: Lokale Agenda 21 für Dresden e. V.
Diskussionspartner nach dem Film: Stephan Riedel (Geschäftsführer der SunStrom GmbH Dresden) und Klaus Gaber (Bürgerkraftwerk Dresden und Lokale Agenda 21)
Moderation: Stephan Bischof, MDR
Der Film zeigt die Möglichkeit und Notwendigkeit einer vollständigen Umstellung des Energieerzeugungssystems auf Erneuerbare Energien. Anhand des Engagements und der Projekte von 10 Protagonisten in aller Welt wird dargelegt, welche Chancen eine so revolutionäre Umstellung für nachhaltige ökonomische Entwicklung, technologischen Fortschritt, soziale und ökologische Gerechtigkeit, Entwicklung der dritten Welt, Armutsbekämpfung und neue Mobilitätskonzepte bietet. Zu Wort kommen unter anderem die prominente Umweltaktivistin Bianca Jagger, der Politiker Hermann Scheer sowie Nobelpreisträger Muhammad Yunus. (Internet: www.energyautonomy.org)
Ein voller Kinosaal zeugte von der großen Resonanz dieses Films. In der anschließenden Diskussion mit Herrn Gaber und Herrn Riedel war zu erneuerbaren Energien und über die nötige Wende in der Energieerzeugung in Deutschland und weltweit zu erfahren sowie Anregungen für das eigene Handeln vor Ort zu bekommen.
9. Dezember 2009, 19:45 Uhr, SCHAUBURG, (Österreich/ Luxemburg 2007)
Film-Pate: arche noVa – Initiative für Menschen in Not e.V.
Diskussionspartner nach dem Film: Sven Seifert (Auslandsprogrammkoordinator, arche noVa e.V.) und Johannes Pohl (Technischer Geschäftsführer, Stadtentwässerung Dresden GmbH).
Mit „Über Wasser“ gelingt dem Regisseur aus einer individuellen Perspektive heraus, eine erstklassig inszenierte und gleichzeitig erschütternde Dokumentation, die die sozialen Folgen des Mangels bzw. Überflusses an Wasser eindringlich herausstellt. Der Film reist mit den Zuschauern in drei ganz unterschiedliche Regionen der Erde:
In Bangladesh kämpfen die Menschen alljährlich gegen die Fluten im Mündungsgebiet des Brahmaputra. Erosion und steigender Wasserpegel zwingen ganze Dorfgemeinschaften dazu umzusiedeln. Sie laden ihre Wellblechhäuser auf Boote um sie viele Kilometer weiter wieder aufzubauen. Ganz anders die Szenerie in Kasachstan. Wo einst die Fluten des riesigen Aralsees Arbeit und Nahrung für tausende von Menschen bedeuteten, befindet sich heute nur noch karge Steppe. Ein alter Mann wandert zwischen Booten umher, die auf dem Trockenen liegen. Das Wellenrauschen und das Geschrei der Möwen kann man fast noch hören, wenn der alte Matrose vom einstigen „Stolz der Sowjetunion“ erzählt. Jetzt laufen Kamele zwischen den Schiffen umher. In Nairobi (Kenia) der ehemaligen Stadt des „klaren Wassers“ ist der Zugang zu dem kostbaren Gut extrem ungleich verteilt. Die Bewohner des weltweit größten Slums zahlen den vierfachen Preis gegenüber den Einwohnern der reicheren Stadtviertel, zeitweise übersteigen die Kosten für den Wasserbedarf das durchschnittliche Tageseinkommen.
5. November 2009, 20:00 Uhr, SCHAUBURG, (USA 2009, Regie: Michael Moore)
Film-Pate: Lokale Agenda 21 für Dresden e.V.
Diskussionspartner nach dem Film: Gerd Lapat (oeco capital Lebensversicherung AG) und Andreas Schönherr (attac Dresden)
Schon der Titel seines neuen Films offenbart, dass es Michael Moore an der Zeit fand, eine Liebesgeschichte zu drehen: Es ist ein Date Movie und beinhaltet alles was dazu gehört – Begierde, Leidenschaft, Romantik und 14 000 Arbeitsplätze die jeden Tag gestrichen werden. Es ist eine verbotene Liebe, eine Liebe deren Namen man nicht auszusprechen wagt.
Michael Moore kehrt mit KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE zurück zu der Frage, die vor 20 Jahren bereits seine Karriere eingeleitet hat: Welche Auswirkungen hat das desaströse Verhalten von Großunternehmen und ihr ungebändigtes Profitstreben auf das Leben der Menschen? Nach "Roger & Me", "Bowling for Columbine", "Fahrenheit 9/11" und "Sicko" untersucht er nun gewohnt kritisch und mit bissigem Humor die Ursachen und Auswirkungen der globalen Finanzkrise.
So zeigt Michael Moore Ungerechtigkeiten wie: Ein heruntergekommenes Detroit, wo das Herz der amerikanischen Autobranche schlug. Ein korrupter Richter der einem privaten Gefängnisbetreiber die jugendlichen Delinquenten durch falsche und überzogene Urteile frei Haus liefert und an den staatlichen Zuschüssen mitverdient. Ein verzweifeltes Ehepaar aus Illinois, das im Zuge der Finanzkrise sein Haus verloren hat. Der Pilot, der sich zeitweise mit Essensmarken über Wasser halten musste, weil ihm die Fluggesellschaft nur ein Jahresgehalt von 16.000 Dollar gönnt. Die weinende Frau, deren Ehemann gestorben ist, woran seine Firma wegen einer heimlich aufgesetzten Lebensversicherung Millionen verdient hat. Was ist das für eine Welt, fragt Michael Moore, in der ein Mitarbeiter seinem Arbeitgeber tot mehr wert ist als lebendig?
Dazu kommen Michael Moores berühmte Guerilla-Späße, wie mit einem leeren Geldtransporter an die Wall Street zu fahren, um von den Banken persönlich die Milliarden zurückzufordern, die ihnen die Steuerzahler zuschießen mussten. Oder ein paar Kongressabgeordneten aufzulauern, um sich erklären zu lassen, was eigentlich ein Derivat ist.
Mehr zum Film inklusive Trailer unter: www.capitalismalovestory.com